Oct
24
2008

Hyperinflation, Inflation, Weltwirtschaftskrise: was passiert mit meinem Geld, wie kann ich mich schützen?

Die Hyperinflation ist eine faszinierende, aber auch sehr unangenehme Sache. Sie markiert das Ende eines Währungssystems und eine absehbare Währungsreform. Die Lehre bezeichnet alles über 50% monatlicher Inflationsrate als solche Hyperinflation. Unsere Großeltern haben sie erlebt und wissen von Millionen- und Millardenbeträgen zu berichten, die doch nichts wert waren. Aktuell sieht man das am Beispiel von Zimbabwe (siehe auch das Foto):

Der Staat muss seinen BürgerInnen immer absurdere Geldscheine drucken, damit diese ihre täglichen Beschaffungen machen können. Eine Inflationsrate von 2,2 Millionen Prozent macht einen Laib Brot eine Milliarde Dollar teuer, Bettler bücken sich schon gar nicht mehr für einen zehn-Millionen-Schein.

Wie kann es dazu kommen? Hyperinflation ist ein Produkt der Neuzeit. Unser Geldsystem ist nicht auf Sachwerten aufgebaut oder wie früher in Gold hinterlegt, sondern das Geld wird einfach gedruckt, und somit aus dem Nichts erschaffen. Das macht die Wirtschaft, wie wir sie kennen, und das Wirtschaftswachstum erst möglich. Doch kein Vorteil ohne Nachteil: Weil sich Regierungen in Krisenzeiten gerne rasch und hoch verschulden, wird das Vertrauen in die eigene Währung untergraben, und die Menschen kaufen Gold, Silber, Immobilien und andere Sachwerte. Dieser Vorgang ist ein Teufelskreislauf. Davor haben Regierungen Angst, denn das löst letztendlich die Hyperinflation aus.

Kommt Ihnen das irgendwie bekannt vor? Die Regierung versucht, durch hohe und schnelle Verschuldung die Wirtschaft zu retten? Das erleben wir gerade.

Wie kann man sich nun vor Inflation schützen? Man muss das Spiel mitmachen und ebenfalls in Sachwerte wie Gold, Silber oder Immobilien flüchten. Nur diese Werte werden auch nach einer potentiellen Währungsreform noch etwas wert sein. Das Geld, wie wir es kennen, ist nicht mehr als bedrucktes Papier - siehe Zimbabwe. Man kann Papier einheizen oder es sonstwie benutzen, aber Geld ohne Vertrauen der Bürger in seinen Wert ist grundsätzlich: Altpapier.

Was kann ich jetzt tun? Neben der Anschaffung von Sachwerten (in einem überschaubaren Ausmaß, schließlich sollten Sie auch Ihre Ausgaben tätigen können) könnten Sie auch Investitionen vorziehen, also z.B. das Auto oder den Fernseher kaufen, den Sie immer schon kaufen wollten. Vielleicht lohnt es sich aber auch, noch etwas damit zu warten: Sehr oft geht einer Hyperinflation eine Deflationsphase voraus, in der gerade solche Produkte wegen des größeren Wettbewerbs und der sinkenden Nachfrage billiger werden. Schwer vorherzusagen!

Notvorrat: Ich rate gerne dazu, eine gewisse Notration an Lebensmitteln, tauschbaren Währungen/Gütern und Betriebsstoffen zu lagern, mit denen man 2-3 Wochen überleben kann, ohne auf den Staat oder Wirtschaftsbetriebe angewiesen zu sein. Hier gibt es viele gute Ratgeber zu kaufen, aber übertreiben Sie es nicht - wenn alles zusammenbricht, hilft man sich in der Gemeinde gegenseitig, und die Welt geht von einem Wirtschaftszusammenbruch auch nicht unter!

Was ist mit meinen Krediten? Das ist eine gute Frage. Die Hyperinflation sollte die Kredite “weginflationieren”, also heute noch hohe Beträge schon in kurzer Zeit als lächerliche Peanuts aussehen lassen. Doch Vorsicht: Das Geldsystem ist ein relatives. Der Staat könnte z.B. eingreifen und Banken gestatten, außerordentliche Wertanpassungen vorzunehmen. Nichts ist fix, und in Krisenzeiten ist alles erlaubt. Eine andere Frage ist, wie hoch das Zinsniveau für Ihren Kredit dann ist. Wahrscheinlich ist es das Vernünftigste, den Kredit in einer solchen Phase zu tilgen, sobald Ihnen das möglich ist, denn Sie wissen nie, wann eine Hyperinflation durch eine Währungsreform beendet wird. Diesfalls wird Ihr Kredit in die neue Währung umgerechnet, und der Umrechnungsfaktor ist wiederum im Ermessen von Regierungen und Zentralbanken. Fazit für Kredite: Möglicherweise hilft Ihnen eine Hyperinflation, aber zahlen Sie den Kredit dann zurück, wenn Sie es sich leisten können.

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Written by admin in: Finanzen | Image licensed under Creative Commons Attribution License BY: Peat Bakke (http://flickr.com/photos/mistermoss/2899197879/) | Tags: , , , , , , , , , , , , ,

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